Das Hochbeet steht, die Bretter sind verschraubt, und jetzt stellt sich die Frage: Was kommt hinein? Einfach Erde einfüllen geht, ist aber teuer und verschenkt einen großen Vorteil. Klassisch wird ein Hochbeet in Schichten befüllt, von grob unten bis fein oben. Unten findest du alle Schichten mit ihrer Dicke und das, was in den Folgejahren wichtig wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein klassisches Hochbeet mit rund 80 cm Höhe wird in fünf Schichten befüllt: Äste, Grünschnitt, Laub und Rasensoden, Kompost, Pflanzerde.
- Vorher gehören ein Wühlmausgitter auf den Boden und eine Folie an die Innenwände.
- Die groben Schichten verrotten langsam, geben Nährstoffe und etwas Wärme ab.
- Der beste Zeitpunkt ist der Herbst, weil dann viel Gartenmaterial anfällt und sich alles über den Winter setzen kann.
- Durch die Verrottung sackt die Füllung jedes Jahr ab. Du füllst daher jedes Frühjahr mit Kompost und Erde nach.
- Nach einigen Jahren ist die untere Füllung zu Humus geworden. Dann wird das Hochbeet komplett neu befüllt.
Warum ein Hochbeet in Schichten befüllt wird
Ein Hochbeet funktioniert ein bisschen wie ein Komposthaufen mit Gemüse obendrauf. Das grobe Material in den unteren Lagen wird von Bodenlebewesen nach und nach zersetzt. Bei dieser Verrottung werden Nährstoffe frei, die die Pflanzen oben mit ihren Wurzeln erreichen. Außerdem entsteht vor allem im ersten Jahr etwas Wärme. Das kann den Start im Frühjahr erleichtern.
Der Schichtaufbau hat noch zwei weitere Vorteile. Die groben Äste ganz unten sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser abläuft und sich keine Staunässe bildet. Und du sparst viel gekaufte Erde, weil ein großer Teil des Volumens aus Material besteht, das in jedem Garten ohnehin anfällt.
Ein Rechenbeispiel zeigt, warum das zählt: Ein Hochbeet mit 2 Metern Länge, 1 Meter Breite und 80 cm Füllhöhe fasst 1.600 Liter. Das ganz mit Sackware zu füllen, geht ins Geld und ins Kreuz.
Vorbereitung: Standort, Wühlmausgitter, Folie
Bevor du die erste Schicht einfüllst, sollten drei Dinge erledigt sein.
Standort: Die meisten Gemüsearten brauchen mindestens sechs Stunden Sonne am Tag. Ideal ist eine Ausrichtung von Nord nach Süd, dann bekommen beide Längsseiten gleichmäßig Licht. Plane außerdem genug Platz rundherum, damit du bequem von beiden Seiten an die Mitte kommst. Deshalb sind Hochbeete selten breiter als 1,20 Meter.
Wühlmausgitter: Wühlmäuse lieben Hochbeete, weil sie darin warm sitzen und von unten an Wurzeln und Knollen kommen. Leg deshalb vor dem Befüllen ein engmaschiges, verzinktes Drahtgitter auf den Boden. Es sollte bis an alle Wände reichen und dort ein paar Zentimeter hochgebogen und festgetackert werden. So bleibt keine Lücke am Rand. Den Rasen oder Boden darunter musst du nicht umgraben. Hebe aber die Grasnarbe ab, wenn du die Soden später als eigene Schicht nutzen willst.
Folie: Holz zersetzt sich schneller, wenn es dauerhaft Kontakt mit feuchter Erde hat. Kleide die Innenwände deshalb mit einer Noppenfolie aus. Die Noppen zeigen dabei zum Holz, so kann dazwischen Luft zirkulieren und das Holz abtrocknen. Den Boden lässt du offen. Nur so kann Wasser abfließen und Regenwürmer können von unten einwandern.
Die Schichten im Überblick
Die folgenden Angaben beziehen sich auf ein Hochbeet mit etwa 80 cm Höhe. Bei niedrigeren Modellen werden die unteren Schichten dünner, die obere Pflanzerde bleibt aber gleich dick.
| Schicht | Material | Dicke (ca.) |
|---|---|---|
| 1 (unten) | Grobe Äste und Zweige | 20–30 cm |
| 2 | Grünschnitt und Häckselgut | 10–15 cm |
| 3 | Laub und umgedrehte Rasensoden | 10–15 cm |
| 4 | Grober oder halbreifer Kompost | 10–15 cm |
| 5 (oben) | Pflanzerde mit reifem Kompost | 15–25 cm |
Nach jeder Schicht gilt: gut andrücken, zum Beispiel durch vorsichtiges Treten, und kräftig wässern. Feuchtes Material verrottet besser, und du verhinderst große Hohlräume, die später plötzlich zusammenfallen.
1. Grobe Äste und Zweige (Drainage)
Die unterste Lage besteht aus grobem Holz: Äste vom Obstbaumschnitt, Heckenschnitt, dickere Zweige. Diese Drainageschicht sorgt dafür, dass Wasser nach unten abläuft. Gleichzeitig verrottet Holz nur langsam und hält die Füllung über Jahre locker.
Schneide lange Äste in handliche Stücke und leg sie kreuz und quer, damit sie sich gut verkeilen. Die Zwischenräume kannst du mit feineren Zweigen füllen. Auch zerkleinerte Reste von Sonnenblumen oder Maisstängeln passen hier hinein.
2. Grünschnitt und Häckselgut
Darauf folgt feineres Material: Häckselgut von Sträuchern, kleine Zweige, Staudenreste und frischer Grünschnitt. Diese Schicht füllt die Lücken zwischen den Ästen und beginnt schneller zu verrotten. Frisches, grünes Material bringt Stickstoff mit. Das brauchen die Bodenlebewesen, um das Holz darunter zu zersetzen.
Fehlt dir Häckselgut, lohnt ein Anruf beim örtlichen Grünschnittplatz. Manche geben gehäckseltes Material an Privatleute ab.
3. Laub und Rasensoden
Als dritte Schicht eignet sich Laub von Obstbäumen, Ahorn, Linde oder Buche. Wenn du beim Anlegen des Hochbeets die Grasnarbe abgestochen hast, kommen die Rasensoden jetzt dazu. Leg sie mit der Grasseite nach unten ein. So wächst das Gras nicht weiter und die Soden zersetzen sich zu wertvoller Erde.
Auch Rasenschnitt ist möglich, aber nur in dünnen Lagen und etwas angetrocknet. In dicker Schicht verklebt er, bekommt keine Luft mehr und fängt an zu faulen statt zu verrotten.
4. Kompost
In die vierte Schicht gehört grober oder halbreifer Kompost. Er muss noch nicht so fein sein wie Blumenerde. Er enthält bereits viele Bodenlebewesen und Nährstoffe und bildet den Übergang zur Pflanzerde. Wer Zugang zu gut abgelagertem Stallmist hat, kann ihn hier ebenfalls einbauen. Frischer Mist gehört dagegen nicht so weit nach oben, weil er zu scharf für die Wurzeln ist.
5. Pflanzerde
Ganz oben liegt die Schicht, in der später gesät und gepflanzt wird. Sie sollte mindestens 15 cm dick sein, besser 20 bis 25 cm. Nimm dafür Hochbeeterde aus dem Handel oder eine Mischung aus guter Gartenerde und reifem, gesiebtem Kompost. Wichtig ist eine feine, krümelige Struktur, damit auch Samen gut keimen.
Fülle die Erde ruhig etwas über den Rand hinaus auf. Nach dem Befüllen setzt sich die Füllung, und nach ein bis zwei Wochen liegt die Oberfläche schon ein Stück tiefer.
Hochbeet im Herbst oder im Frühjahr befüllen?
Beides ist möglich, der Herbst hat aber klare Vorteile. Im Oktober und November fällt im Garten genau das Material an, das du brauchst: Äste vom Rückschnitt, Staudenreste, Laub. Außerdem hat die Füllung den Winter über Zeit, sich zu setzen und mit der Verrottung zu beginnen. Im Frühjahr füllst du dann nur noch die fehlende Erde oben auf und kannst direkt loslegen.
Befüllst du im Frühjahr, ist das auch kein Problem. Warte dann nach dem Befüllen ein bis zwei Wochen, wässere zwischendurch und fülle Erde nach, bevor du pflanzt. Die ersten Aussaaten wie Radieschen oder Pflücksalat sind je nach Region ab März möglich, Wärme liebende Pflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.
Was nicht ins Hochbeet gehört
Nicht alles aus dem Garten ist geeignet. Diese Materialien lässt du besser weg:
- Kranke Pflanzenteile: Pilzkrankheiten und Schädlinge überdauern darin und befallen die neuen Pflanzen.
- Wurzelunkräuter: Giersch, Quecke und Ackerwinde treiben aus kleinsten Wurzelstücken wieder aus.
- Unkraut mit Samen: Die Samen keimen später mitten in deinem Gemüse.
- Walnuss- und Eichenlaub in großer Menge: Es enthält viele Gerbstoffe und verrottet sehr langsam.
- Thuja- und Nadelholzschnitt in großer Menge: Er versauert den Boden und zersetzt sich schlecht.
- Behandeltes Holz: Lackierte, lasierte oder imprägnierte Bretter und Paletten können Schadstoffe abgeben.
- Essensreste mit Fleisch, Fisch oder Gekochtem: Sie locken Ratten an.
- Kot von Haustieren und Katzenstreu: Sie können Krankheitserreger enthalten.
- Grillasche: Sie kann Rückstände enthalten, die du nicht im Gemüse haben willst.
Hochbeet nur mit Erde füllen – geht das?
Ja, das geht. Pflanzen wachsen auch in einem Hochbeet, das nur mit Erde gefüllt ist. Du verzichtest dann allerdings auf die Nährstoffe aus der Verrottung und auf die leichte Wärme im ersten Jahr. Und du brauchst sehr viel Erde, was bei großen Beeten teuer wird und viel Schlepperei bedeutet.
Sinnvoll ist die reine Erdfüllung bei niedrigen Beeten, bei Hochbeeten auf Füßen und wenn kaum Gartenabfälle vorhanden sind. Ein Kompromiss funktioniert fast immer: Leg unten trotzdem eine Schicht Äste als Drainage ein und fülle den Rest mit einer Mischung aus Erde und Kompost. So sparst du Erde und vermeidest Staunässe.
Übrigens sackt auch reine Erde ab, nur weniger stark als die Schichtfüllung.
Nachfüllen und komplett neu befüllen
Die Füllung eines Hochbeets arbeitet ständig. Die unteren Schichten verrotten, das Material wird kleiner und die Oberfläche sinkt ab. Diese Sackung ist normal und kann im ersten Jahr 10 bis 20 cm betragen.
So hältst du dein Hochbeet in Schuss:
- Jedes Frühjahr nachfüllen: Fülle die fehlende Höhe mit einer Mischung aus reifem Kompost und Pflanzerde auf. Das bringt gleichzeitig neue Nährstoffe.
- Bepflanzung anpassen: Im ersten Jahr ist das Nährstoffangebot sehr hoch. Das ist die Zeit für Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Kürbis, Gurken oder Kohl. Blattgemüse wie Spinat und Salat lagert bei viel Stickstoff gern Nitrat ein und passt besser ab dem zweiten Jahr. Mit der Zeit folgen Mittelzehrer wie Möhren oder Zwiebeln, später Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen und Feldsalat.
- Komplett neu befüllen: Nach etwa fünf bis sieben Jahren ist die untere Füllung weitgehend zu Humus geworden. Dann trägt das Beet deutlich schwächer. Räume es aus, prüfe Gitter und Folie und baue die Schichten neu auf. Die fertige Erde aus dem alten Hochbeet kannst du auf die normalen Gartenbeete verteilen oder als obere Schicht wiederverwenden.
Zwischen den Kulturen hilft eine Mulchschicht aus Grünschnitt oder Laub, die Erde feucht zu halten und das Bodenleben zu füttern.
Hochbeet auf dem Balkon
Auf dem Balkon sieht das Hochbeet anders aus als im Garten. Meist handelt es sich um ein Tischhochbeet auf Beinen oder um ein kleines Kastenbeet mit festem Boden. Für den klassischen Schichtaufbau mit Ästen fehlt die Höhe, und verrottendes Material ist auf dem Balkon auch nicht erwünscht.
- Gewicht prüfen: Feuchte Erde ist schwer. Kläre bei größeren Beeten vorher, wie viel dein Balkon tragen darf, und stell das Beet möglichst nah an die Hauswand.
- Abfluss: Der Boden braucht Abzugslöcher. Darauf kommt eine Drainageschicht aus Blähton von etwa 5 cm, dann ein Vlies, damit die Erde nicht in die Drainage rieselt.
- Füllung: Darüber hochwertige Gemüse- oder Hochbeeterde, gemischt mit etwas Kompost.
- Düngen: Weil die Nährstoffe aus der Verrottung fehlen, musst du hier früher und regelmäßiger nachdüngen.
Weitere Anregungen für Gemüse, Kräuter und Blumen auf wenig Platz findest du in unseren Balkon-Ideen.
Häufige Fragen
Wie viel Erde brauche ich für ein Hochbeet?
Das hängt von der Füllmethode ab. Beim Schichtaufbau brauchst du nur für die oberste Schicht Erde, bei 20 cm Dicke und einer Fläche von 2 × 1 Metern sind das etwa 400 Liter. Wer nur mit Erde füllt, braucht das gesamte Volumen, bei gleicher Fläche und 80 cm Höhe rund 1.600 Liter.
Muss unter das Hochbeet eine Folie?
Nein, der Boden bleibt offen. Unten liegt nur das Wühlmausgitter. Die Folie gehört an die Innenwände, um das Holz zu schützen.
Kann ich Rasenschnitt ins Hochbeet geben?
Ja, aber nur in dünnen, leicht angetrockneten Lagen. Dicke Schichten frischer Rasenschnitt verkleben und faulen.
Wann kann ich nach dem Befüllen pflanzen?
Nach dem Befüllen im Herbst im nächsten Frühjahr. Befüllst du im Frühjahr, warte ein bis zwei Wochen, bis sich die Füllung etwas gesetzt hat, und fülle dann Erde nach.
Wie oft muss ein Hochbeet neu befüllt werden?
Nachgefüllt wird jedes Frühjahr. Komplett neu aufgebaut wird ein Hochbeet etwa alle fünf bis sieben Jahre, wenn die untere Füllung verrottet ist und das Beet merklich nachlässt.