Seite auswählen

Eine sonnenwarme Tomate direkt vom Strauch schmeckt anders als alles aus dem Supermarkt. Damit es im Sommer so weit kommt, braucht die Pflanze drei Dinge: den richtigen Zeitpunkt, einen warmen, geschützten Platz und ein bisschen regelmäßige Pflege. Hier erfährst du, wie du Tomaten pflanzt, ob im Beet, im Hochbeet oder im Kübel, und was danach bis zur Ernte zu tun ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aussaat: auf der Fensterbank ab Mitte März, bei sehr hellem Platz auch schon Ende Februar.
  • Auspflanzen: nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter 10 °C fallen.
  • Standort: vollsonnig, warm und mit Regenschutz, denn nasse Blätter fördern die Braunfäule.
  • Pflanzen: tiefer setzen als im Topf, gut mit Kompost versorgen, Stab gleich mit einsetzen.
  • Pflege: gleichmäßig von unten gießen, Stabtomaten ausgeizen, ab dem ersten Fruchtansatz düngen.
  • Erntezeit: meist von Juli bis in den Oktober.

Wann Tomaten pflanzen?

Tomaten stammen aus warmen Regionen und vertragen keinen Frost. Schon Temperaturen um 5 °C bremsen ihr Wachstum für Tage. Deshalb teilt sich das Tomatenjahr in zwei Abschnitte: die Anzucht drinnen und das Auspflanzen draußen.

Aussaat auf der Fensterbank

Wer selbst aussät, beginnt ab Mitte März. Früher lohnt sich nur, wenn du einen sehr hellen Südplatz oder eine Pflanzenlampe hast. Sonst werden die Sämlinge lang, dünn und blass, weil ihnen das Licht fehlt. Gärtner sagen dazu „vergeilen“.

  1. Säe die Samen etwa einen halben Zentimeter tief in Anzuchterde. Sie ist nährstoffarm und locker, genau das brauchen Keimlinge.
  2. Halte die Erde feucht, aber nicht nass, bei 20 bis 25 °C. Nach etwa einer Woche zeigen sich die ersten Keimblätter.
  3. Sobald neben den Keimblättern das erste echte Blatt erscheint, setzt du jede Pflanze einzeln in einen kleinen Topf. Das nennt man pikieren. Setz sie dabei ruhig etwas tiefer.
  4. Danach stehen die Jungpflanzen besser etwas kühler, bei etwa 16 bis 18 °C, und so hell wie möglich. So wachsen sie kompakt.

Ständig nasse Anzuchterde lockt übrigens kleine schwarze Fliegen an. Was es damit auf sich hat, steht im Beitrag über Trauermücken.

Auspflanzen nach den Eisheiligen

Ins Freie dürfen Tomaten erst nach den Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai. Bis dahin sind in vielen Regionen noch Nachtfröste möglich. Wichtiger als das Datum ist aber das Wetter: Die Nächte sollten dauerhaft über 10 °C liegen. In rauen Lagen wartet man besser bis Ende Mai.

Gewöhne die Pflanzen etwa eine Woche vorher an draußen. Stell sie tagsüber an einen geschützten, halbschattigen Platz und nachts wieder rein. Das nennt man Abhärten. Ohne diese Übergangszeit bekommen die Blätter in der prallen Sonne schnell weiße Flecken, eine Art Sonnenbrand.

Der richtige Standort: Sonne, Wärme, Regenschutz

Tomaten wollen es warm und hell. Sechs bis acht Stunden direkte Sonne am Tag sind ideal. Ein Platz vor einer Südwand ist gut, weil die Mauer tagsüber Wärme speichert und nachts wieder abgibt.

Genauso wichtig ist ein Regenschutz. Die gefürchtete Braunfäule, eine Pilzkrankheit, breitet sich über Blätter aus, die lange nass bleiben. Ein Dachüberstand, ein Tomatenhaus oder eine einfache Folienhaube schützen die Pflanzen. Die Seiten sollten dabei offen bleiben, damit die Luft zirkuliert. Ein ganz geschlossener Folientunnel ohne Lüftung schafft dagegen feuchte Luft, und die mag der Pilz ebenfalls.

Tomaten gelten als selbstverträglich. Du kannst sie also mehrere Jahre an dieselbe Stelle setzen, solange du den Boden jedes Jahr mit Kompost versorgst und alte Pflanzenreste im Herbst gründlich entfernst.

Tomaten pflanzen Schritt für Schritt

Boden vorbereiten und düngen

Tomaten sind Starkzehrer. Sie brauchen viele Nährstoffe und einen lockeren, humusreichen Boden, der Wasser hält, aber nicht staunass wird.

  1. Lockere das Beet etwa spatentief und entferne Wurzelunkräuter.
  2. Arbeite pro Quadratmeter etwa drei bis fünf Liter reifen Kompost in die obere Schicht ein.
  3. Gib zusätzlich einen organischen Dünger ins Pflanzloch, zum Beispiel Hornspäne. Sie geben ihre Nährstoffe langsam ab.

Ein frisch angelegtes Hochbeet ist für Tomaten ideal, weil es im ersten Jahr besonders viele Nährstoffe liefert. Wie du es aufbaust, zeigt die Anleitung Hochbeet befüllen.

Tief pflanzen für mehr Wurzeln

Tomaten haben eine besondere Fähigkeit: Am Stängel bilden sie überall dort neue Wurzeln, wo er mit feuchter Erde in Kontakt kommt. Das kannst du nutzen.

  1. Gieße die Jungpflanze im Topf vorher gründlich.
  2. Entferne die unteren ein bis zwei Blattpaare.
  3. Setze die Pflanze so tief, dass der Stängel bis knapp unter die verbleibenden Blätter in der Erde steckt. Das können gut 10 cm tiefer sein als im Topf.
  4. Drück die Erde an und gieß kräftig an.

Die Pflanze steht dadurch stabiler und bildet ein größeres Wurzelwerk, das mehr Wasser und Nährstoffe aufnimmt. Eine Ausnahme gibt es: Bei veredelten Tomaten muss die Veredelungsstelle, die leichte Verdickung am Stängel, über der Erde bleiben.

Pflanzabstand und Stütze

Plane zwischen den Pflanzen 50 bis 60 cm Abstand ein und zwischen den Reihen etwa 80 cm. Das wirkt am Anfang großzügig. Im Juli bist du aber froh über jeden Zentimeter, weil die Blätter nach Regen oder Tau schneller abtrocknen.

Stabtomaten, also die hohen Sorten mit einem Haupttrieb, brauchen eine Rankhilfe. Steck den Tomatenstab gleich beim Pflanzen ein, etwa 10 cm neben den Stängel. Wenn du ihn später einschlägst, verletzt du leicht die Wurzeln. Ein Spiralstab kommt ohne Anbinden aus, weil du den Trieb einfach durch die Windungen führst. Bei geraden Stäben bindest du den Trieb locker mit weichem Band fest, am besten in Form einer Acht, damit nichts einschneidet. Auch eine Schnur, die oben an einer Querstange hängt und unten locker um den Stängel läuft, funktioniert gut.

Tomaten im Topf und auf dem Balkon

Auch ohne Garten musst du nicht auf eigene Tomaten verzichten. Ein sonniger, überdachter Balkon ist sogar ein sehr guter Platz, weil er vor Regen schützt.

  • Kübelgröße: Stabtomaten brauchen mindestens 20 Liter Erde, besser mehr. Für kleine Busch- und Balkontomaten reichen 10 bis 15 Liter.
  • Abzugsloch: Ohne Loch im Boden staut sich Wasser, und die Wurzeln faulen. Eine Schicht Blähton oder Tonscherben unten hilft zusätzlich.
  • Erde: Nimm hochwertige Gemüse- oder Tomatenerde und misch etwas Kompost unter.
  • Sorten: Buschtomaten, Balkontomaten und Ampeltomaten bleiben klein. Hängende Sorten sehen in der Blumenampel oder im Balkonkasten hübsch aus.

Im Kübel trocknet die Erde viel schneller aus als im Beet. An heißen Tagen musst du oft morgens und abends gießen. Weitere Ideen für Gemüse und Blumen auf kleinem Raum findest du unter Balkon-Ideen.

Gute und schlechte Nachbarn (Mischkultur)

In der Mischkultur wachsen verschiedene Pflanzen nebeneinander, die sich möglichst nicht stören. Viele Empfehlungen beruhen auf Gärtnererfahrung und sind nicht streng belegt. Einige Regeln haben sich aber bewährt.

Gute Nachbarn Schlechte Nachbarn
Basilikum, Petersilie Kartoffeln
Tagetes, Ringelblume, Kapuzinerkresse Fenchel
Knoblauch, Zwiebeln Erbsen
Möhren, Salat, Spinat Gurken

Am wichtigsten ist der Abstand zu Kartoffeln. Die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel ist derselbe Pilz wie die Braunfäule der Tomate, und er springt leicht über. Gurken wiederum mögen feuchtwarme Luft, Tomaten dagegen trockene. Im gemeinsamen Gewächshaus kommen beide deshalb schlecht auf ihre Kosten.

Pflege nach dem Pflanzen

Gießen

Tomaten mögen es gleichmäßig feucht. Gieß lieber durchdringend und dafür seltener als jeden Tag ein bisschen. Die beste Zeit ist der Morgen. Das Wasser gehört direkt an den Fuß der Pflanze, nie über die Blätter.

Starke Schwankungen zwischen trocken und nass haben Folgen. Die Früchte platzen auf, oder es bildet sich Blütenendfäule: ein dunkler, eingesunkener Fleck an der Unterseite der Frucht. Er entsteht, wenn die Pflanze wegen Wassermangels zu wenig Calcium in die Früchte bringt.

Eine Schicht Mulch hilft, die Feuchtigkeit zu halten. Mulchen heißt, den Boden mit organischem Material abzudecken, etwa mit angetrocknetem Rasenschnitt in dünnen Lagen oder mit Stroh. Das hält die Erde gleichmäßiger feucht, und es spritzt beim Gießen weniger Erde auf die unteren Blätter.

Ausgeizen

In den Blattachseln, also zwischen Haupttrieb und Blattstiel, wachsen bei Tomaten ständig neue Seitentriebe. Das sind die Geiztriebe. Lässt du sie wachsen, entsteht ein dichtes Gestrüpp mit vielen kleinen Früchten, die spät reifen.

  1. Kontrolliere Stabtomaten einmal pro Woche.
  2. Brich die Geiztriebe mit Daumen und Zeigefinger seitlich aus, solange sie noch klein sind.
  3. Arbeite am besten vormittags bei trockenem Wetter, dann trocknen die kleinen Wunden schnell ab.

Buschtomaten und Wildtomaten geizt du nicht oder nur wenig aus. Sie tragen gerade an den vielen Seitentrieben ihre Früchte.

Ab Ende August lohnt sich ein weiterer Handgriff: Kappe die Spitze des Haupttriebs über der obersten Blüte. Neue Blüten würden bis zum Herbst ohnehin nicht mehr reifen, und die Pflanze steckt ihre Kraft so in die vorhandenen Früchte.

Düngen

Wenn du den Boden gut mit Kompost vorbereitet hast, braucht die Pflanze in den ersten Wochen nichts weiter. Sobald die ersten Früchte ansetzen, steigt ihr Bedarf. Dünge dann alle ein bis zwei Wochen mit einem Tomatendünger, der viel Kalium enthält. Kalium fördert Geschmack und Festigkeit der Früchte.

Übertreib es mit stickstoffreichem Dünger nicht. Sonst wächst viel Blatt und wenig Frucht, und das weiche Gewebe wird anfälliger für Krankheiten. Wer organisch düngen will, kann verdünnte Brennnesseljauche nehmen, etwa im Verhältnis eins zu zehn mit Wasser.

Häufige Fehler und Krankheiten (Braunfäule)

Die häufigste und gefährlichste Krankheit ist die Braunfäule. Sie zeigt sich zuerst als graugrüne bis braune Flecken auf den Blättern, später werden auch Stängel und Früchte braun und hart. Bei feuchtem Wetter kann eine ganze Pflanze in wenigen Tagen absterben.

So beugst du vor:

  • Regenschutz aufstellen und nie über die Blätter gießen.
  • Die unteren Blätter bis etwa 30 cm Höhe entfernen, damit keine Erde auf sie spritzt.
  • Auf luftigen Stand und genügend Pflanzabstand achten.
  • Befallene Blätter sofort abschneiden und im Hausmüll entsorgen, nicht auf dem Kompost.
  • Sorten wählen, die als widerstandsfähig gegen Braunfäule beschrieben werden.

Weitere typische Fehler:

  • Zu früh ausgepflanzt: Kalte Nächte lassen die Pflanzen stocken, sie holen den Vorsprung nicht auf.
  • Zu wenig Licht bei der Anzucht: Die Jungpflanzen werden lang und kippen um.
  • Unregelmäßig gegossen: Das führt zu geplatzten Früchten und Blütenendfäule.
  • Zu viel Stickstoff: Die Pflanze wächst üppig, trägt aber kaum.
  • Grünkragen: Harte, grüne Stellen rund um den Stielansatz entstehen oft durch starke Hitze und pralle Sonne auf den Früchten. Lass ruhig einige Blätter als Schattenspender stehen.

Häufige Fragen

Wann ist die Erntezeit für Tomaten?

Je nach Sorte und Wetter reifen die ersten Früchte ab Juli. Geerntet wird, wenn die Tomate rundum ihre typische Farbe hat und auf leichten Druck etwas nachgibt. Die Ernte läuft meist bis in den Oktober.

Was mache ich mit grünen Tomaten im Herbst?

Kündigt sich der erste Frost an, erntest du alle Früchte, die schon ihre volle Größe haben. Sie reifen drinnen bei Zimmertemperatur nach. Leg sie dazu nebeneinander in eine flache Kiste. Ein reifer Apfel daneben beschleunigt die Reife, weil er das Reifegas Ethylen abgibt. Ganz grüne Tomaten roh besser nicht essen, weil sie noch viel Solanin enthalten.

Wie tief soll ich Tomaten pflanzen?

Tiefer als im Topf. Setze die Pflanze so tief, dass der Stängel bis knapp unter die unteren Blätter in der Erde steckt. Nur veredelte Tomaten pflanzt du so, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt.

Muss ich alle Tomaten ausgeizen?

Nein. Ausgeizen ist nur bei Stabtomaten nötig, die an einem Trieb gezogen werden. Busch-, Balkon- und Wildtomaten lässt du weitgehend wachsen.

Kann ich Tomaten jedes Jahr an dieselbe Stelle pflanzen?

Ja, Tomaten gelten als selbstverträglich. Versorge den Boden aber jedes Jahr mit Kompost und räume befallene Pflanzenreste im Herbst vollständig ab.